Mietnomaden

Mietnomaden nisten sich in Wohnungen ein, zahlen die Miete nicht und verwüsten die Immobilie im schlimmsten Fall auch noch. Wie Sie Mietnomaden erkennen und loswerden, erfahren Sie hier.

Was sind Mietnomaden?

Als Mietnomaden werden Personen bezeichnet, welche sich in Ihrer Wohnung einnisten, ohne die Miete zu bezahlen. Das tun sie vorsätzlich. Das Ganze machen sie so lange, bis ihr Betrug eines Tages ans Tageslicht kommt. Anschließend suchen sie sich eine neue Wohnung, um ihr dreistes Spiel fortzuführen. Da sie ständig von Wohnung zu Wohnung wechseln, werden sie als Nomaden bezeichnet. In Deutschland gibt es geschätzt 15.000 Mietnomaden. Die statistische Wahrscheinlichkeit, ein Opfer solcher Mietnomaden zu werden, ist gering. Dennoch haben Sie nichts mehr zu lachen, wenn es erst einmal so weit ist. Denn oft sind Mietnomaden für Sie als Vermieter zu Anfang schwer zu erkennen. Die Nomaden tricksen gerne mit einem teuren Auto oder einem falschen Einkommensnachweis, sodass Sie den Eindruck eines finanziell liquiden Menschen bekommen. Das wahre Gesicht der Mietnomaden zeigt sich meist erst nach einigen Monaten. Erst wenn ein Mieter mit mindestens zwei Monatsmieten im Verzug ist, kann dieser fristlos gekündigt werden. Aus diesem Grund bleiben Mietnomaden meist nur maximal zwei Monate im Verzug. Das macht es für Sie als Vermieter wiederum schwer sie loszuwerden. Oft bleibt Ihnen dann lediglich der rechtliche Weg, welcher jedoch sehr teuer und zeitaufwändig werden kann.

Was ist ein Messi?

Mietnomaden werden oft mit Messis verglichen und verwechselt. Tatsächlich ist es häufig der Fall, dass sich Mietnomaden auch als Messis entpuppen. Meist sind Mietnomaden jedoch eher Vandalen als Messis. Das bedeutet, dass sie das Inventar in Ihrer Wohnung zerstören. Zudem suchen Mietnomaden relativ schnell wieder das Weite, wohingegen Messis gerne so lange wie möglich bleiben. Ein Messi zerstört Objekte in Ihrer Wohnung nicht mutwillig. Er kann schlichtweg keine Ordnung halten oder sich von alltäglichen Gegenständen trennen. Das Haus oder die Wohnung eines Messis ist oft so zugestellt bzw. zugemüllt, dass so gut wie überhaupt kein Platz zur Ausübung alltäglicher Aktivitäten vorhanden ist. Das sogenannte Messi-Syndrom ist eine anerkannte psychische Krankheit.
Mietnomaden im Vorfeld erkennen

Bieten Sie Ihre Wohnung zur Miete an, melden sich je nach Lage und Ballungsraum zahlreiche Interessenten. Es ist für Sie schwer bis unmöglich, einen Mietnomaden auf den ersten Blick zu erkennen. Der Nomade weiß genau wie er sich zu verhalten hat, damit Sie als Vermieter den besten Eindruck von ihm haben. Einen freundlichen, höflichen und gut gekleideten Menschen werden Sie wohl kaum als Mietnomaden verdächtigen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich nicht auf den ersten Eindruck zu verlassen. Die einzige Möglichkeit, einen Mietnomaden erkennen zu können, ist, so viele Informationen wie möglich über den Interessenten zu sammeln. Dazu zählen besonders:

  • eine unterzeichnete, gestempelte und originale Gehaltsabrechnung
  • Schufa-Auskunft
  • Überprüfung des alten Wohnsitzes
  • Mietkaution verlangen
  • Kontaktaufnahme zum vorherigen Vermieter
  • Eine Bürgschaft verlangen
  • Kommunikation mit dem Interessenten

Mietnomadendatenbank

Eine weitere Möglichkeit zur Entlarvung potenzieller Mietnomaden besteht in der Suche innerhalb einer Mietnomadendatenbank oder einem Mietnomadenregister. Mittlerweile gibt es mehrere Datenbanken, in der viele Mietnomaden aufgeführt sind. Die Suche in einer solchen Datenbank kostet gewöhnlich zwischen 10 € und 20 €. Allerdings ist die Nutzung einiger dieser Datenbanken nicht ganz legal, weshalb mietersuche.com von der Nutzung solcher Datenbanken abrät. Der Zwiespalt entsteht hier durch Sammlung von persönlichen Daten, was verboten ist. Zudem dürfen Sie als Vermieter die Informationen Ihrer Mieter und potenziellen Mieter nicht weitergeben. Weiterhin besteht eine große Chance, dass die meisten Mietnomaden nicht in diesen Datenbanken aufgelistet sind.
Was kann ich gegen Mietnomaden tun?

Als Vermieter können Sie einem Mietnomaden dann fristlos kündigen, wenn die Zahlung der Miete bereits zwei Monate in Verzug ist. Sie können den Mieter zwar vor der Kündigung durch Ihr Mietrecht eine Abmahnung zukommen lassen, doch meist interessiert selbst eine Kündigung die Mietnomaden herzlich wenig. Sie ziehen trotz Aufforderung nicht aus, sondern möchten aus der Wohnung herausgeklagt werden. Als Vermieter sind Sie dann gezwungen, eine sogenannte Räumungsklage einzuleiten. Eine Räumungsklage ist zweitaufwendig und kostspielig. Ein endgültiges Urteil kann bis zu einem Jahr auf sich warten lassen. Wenn das Urteil dann schließlich vollstreckt wird und der Nomade dennoch nicht ausziehen möchte, kommt es zu einer Zwangsräumung. Auch hier kostet der Aufwand wieder mehrere tausend Euro und erfordert Geduld.

Nach den Mietnomaden

Wie sieht Ihr nächster Schritt nach der Zwangsräumung eines Mietnomaden aus? Gewöhnlich ist die Wohnung nach einer solchen Erfahrung nicht mehr zu gebrauchen. Der Mietnomade verlässt die Wohnung völlig zerstört und verwüstet. Die Renovierung treibt nicht selten einen Vermieter in den finanziellen Ruin. Dazu kommen die fehlenden Mieteinnahmen, welche im schlimmsten Falle für mehrere Jahre fehlen. Teilweise entscheiden sich Hausherren für den Verkauf der Immobilie, da eine Renovierung zu teuer wäre. Sollte die Wohnung renoviert werden, steigt bei dem nächsten Mieter natürlich das Misstrauen. Wichtig ist die Überprüfung aller möglichen Informationen des zukünftigen Mieters. Viele andere Möglichkeiten gibt es leider nicht.

Mietnomadenversicherung

Da die Rechtsschutzversicherung die entstandenen Kosten der Mietnomaden normalerweise nicht übernimmt, empfiehlt es sich, eine Versicherung gegen Mietnomaden abzuschließen. Es gibt eine ganze Reihe von Mietnomaden- und Mietausfallversicherungen, welche im Notfall für die Schäden der Nomaden aufkommen. Übernommen werden meist:

  • Ausfallende Mieteinnahmen
  • Sachbeschädigungen
  • Rechtsschutzkosten

Unser Tipp für Sie

15 Prozent der Vermieter in Deutschland müssen einmal in ihrer Vermietungszeit eine Zwangsräumung durchführen lassen – oft wegen Mietnomaden. Um Mietnomaden rechtzeitig zu erkennen, sollten Sie Ihre Mietinteressenten vor der Vertragsunterschrift genau überprüfen. Unser Partner vermietet.de stellt Ihnen hierfür hilfreiche Dokumente wie Vorlagen für die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung oder eine Bonitätsauskunft zur Verfügung.

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