Die Mieterselbstauskunft – das müssen Sie unbedingt beachten

Einkommensnachweis, Vorvermieterbescheinigung und Mieterselbstauskunft sind bei der Auswahl der Mietinteressenten hilfreich. Lesen Sie hier, was Sie fragen dürfen und was nicht.

Was genau ist die Mieterselbstauskunft?

In der Mieterselbstauskunft gibt der Mieter zusätzliche Angaben zu seiner Person an, denn heutige Vermieter interessieren sich neben den finanziellen Aspekten oft auch für die persönlichen Umstände des Mietinteressenten. Dazu zählen beispielsweise der Arbeitgeber und die Anzahl der einziehenden Personen. Auch wenn Sie von Vermietern oft gewünscht ist, ist der Mieter gesetzlich jedoch nicht dazu verpflichtet, das Formular für die Mieterselbstauskunft auszufüllen.
Die Beantwortung der gestellten Fragen erfolgt stets in schriftlicher Form. Sie sollte auf keinen Fall mit der SCHUFA verwechselt werden! Aber auch die Mieterselbstauskunft dient zu Ihrer Absicherung. Sie ist also eine Art Überprüfung, ob der Mieter für die jeweilige Wohnung genügend Bonität aufzuweisen hat.

Da selbstverständlich auch für Wohnungseigentümer die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gilt, sind die persönlichen Daten nur für den Zweck des Vertragsabschlusses zu erheben. Zudem ist die Abfrage auf ein notwendiges Maß zu begrenzen. Nach der Beendigung des Verhältnisses sind Sie in jedem Fall dazu verpflichtet, alle persönlichen Daten ordnungsgemäß zu vernichten.

Worin unterscheiden sich Mieterselbstauskunft und SCHUFA?

Die Mieterselbstauskunft oder Selbstauskunft für Mieter beleuchtet die persönlichen Umstände des Mieters. Die SCHUFA-Auskunft ist neben dem Einkommensnachweis hingegen ein Dokument, welches die eindeutigen finanziellen Verhältnisse sowie die Bonität des zukünftigen Mieters offenlegt. Es wird von der SCHUFA Holding AG ausgestellt. Für die Entscheidung und den Vertragsabschluss spielt dieses auch Bonitätsauskunft genannte Dokument also eine große Rolle.
Mieter, die einen oder mehrere offene Negativeinträge haben, sollten Sie vorsichtshalber von Vornherein ausschließen. Hier ist es definitiv fragwürdig, ob die regelmäßige Zahlung der Miete wirklich gewährleistet ist. Vor allem Einträge zu eidesstattlichen Erklärungen, Privatinsolvenz und gerichtlichen Mahnverfahren sind eindeutige Warnsignale und lassen vermuten, dass es auch bei der Zahlung der Miete zu Ausfällen kommen wird.

Gerade in Ballungsräumen mit hoher bis sehr hoher Nachfrage ist die SCHUFA-Auskunft eine wichtige Entscheidungsgrundlage für den Wohnungseigentümer. Die Abfrage erfolgt allerspätestens vor Unterzeichnung des Mietvertrages. Neben der Zahlungsmoral des Interessenten finden Sie zudem persönliche Daten wie Name, Vorname, Adresse und Geburtsdatum. In der speziellen für Vermieter angefertigten Version werden auch keine weiteren Einträge vermerkt. Die vollständige Version der Auskunft dürfen Sie jedoch nicht anfordern, da hier sensible Daten des Mieters vermerkt sind.

Es genügt, wenn der Mieter das Dokument über das Internet bestellt. Im Normalfall kommt der Mieter für die Kosten auf. Falls der Vermieter jedoch vom Mieter eine schriftliche Erlaubnis für die Abfrage von SCHUFA-Daten einholt, so zahlt dieser.
Mieter mit einer sehr guten Zahlungsmoral haben einen SCHUFA-Score von 90 bis 100 %. Alle Werte, die darunter liegen, gelten als riskant. Wohnungsinteressenten sollten also ihre Schufa immer im Auge behalten und eventuelle Falscheinträge sofort klären lassen. Schlimme Überraschungen sind so im Vornherein ausgeschlossen.

Jedoch gibt es auch Fälle, in denen ein Negativeintrag berechtigt ist. Dann sollten Sie von diesem Mieter absehen, es sei denn, er liefert Ihnen für die Einträge stichhaltige Gründe.
In der SCHUFA-Auskunft oder Bonitätsprüfung finden Sie also alle wichtigen Daten über die Identität, Zahlungsfähigkeit sowie die Bonität des Mieters. Eine Selbstauskunft für Mieter gibt hingegen die persönliche Lebenssituation wieder. Beide Dokumente sind deshalb Bestandteil einer charakteristischen Bewerbungsmappe für Wohnungsinteressenten.
Beachten Sie jedoch, dass Sie weder auf die Bonitätsauskunft noch auf die Mieterselbstauskunft einen rechtlichen Anspruch haben!

Welche Angaben sind wichtig für die Mieterauskunft?

Es gibt keine genauen rechtlichen Vorgaben, welche Daten dieses Dokument enthalten muss. Viele Mieter nutzen jedoch eine Vorlage der Mieterselbstauskunft aus dem Internet, bei dem alle Fragen schon vorgegeben sind. Diese Möglichkeit ist sowohl für Mietinteressen als auch für Wohnungsbesitzer interessant. Entsprechende Vorlagen erhalten Sie auf den Seiten unseres Partners Vermietet.de.

Falls Sie für Ihre Bewerber eine eigene Auskunft bereitstellen, sollten Sie einige wichtige Fakten nicht außer Acht lassen. So beginnen Sie den Fragebogen am besten mit dem Titel („Mieterselbstauskunft“) und einer Einleitung.

Dann sollten Sie unbedingt auf folgende Fragen nicht verzichten:

  • Welchen Beruf übt der Mieter aus?
  • Wie hoch ist sein monatliches Nettoeinkommen?
  • Befindet er sich in einem Angestelltenverhältnis oder ist er selbstständig?
  • Werden mehrere Personen einziehen?
  • Wenn ja, wer genau zieht ein?
  • Gehören Tiere mit zum Haushalt?
  • Wurden eidesstattliche Erklärungen abgegeben oder ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet?
  • Bestehen Mietschulden?
  • Liegen Kontopfändungen vor?

Welche Informationen müssen Mieter preisgeben?

Wann Mieter gegenüber dem Vermieter der Informationspflicht unterliegen, liegt oft im Unklaren. Informationspflicht liegt bei Sachverhalten vor, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu Störungen der regelmäßigen Mietzahlungen führen. Dazu zählen Insolvenzverfahren, Bezug von Sozialleistungen sowie eine finanzielle Notlage.

Auch wenn der Mieter zur Deckung der Miete den Großteil seines Einkommens aufbringen muss, ist er in einer Aufklärungspflicht. Fragen Sie daher auf jeden Fall nach, ob es in der Vergangenheit zu einer Räumungsklage oder eidesstattlichen Erklärung gekommen ist.
Beachten Sie zudem, dass nicht alle Fragen vom Wohnungseigentümer rechtmäßig sind. Was Sie in jedem Fall abfragen dürfen, sind Informationen zum Arbeitgeber, Einkommen, Familienstand, eventuelle Schulden, Insolvenzverfahren sowie die Anzahl der einziehenden Personen. Hier besitzen Sie ein berechtigtes Interesse, da die Zahlung für Sie oberste Priorität hat. Fragen zur politischen Einstellung, sexuellen Orientierung, zu geplanten Schwangerschaften, Mitgliedschaften, Nationalität und Hobbys bzw. Interessen gehen Sie jedoch nichts an und sind daher unangebracht, denn hierbei wird das allgemeine Persönlichkeitsrecht angetastet. Die Frage nach dem Arbeitgeber gilt nach dem neuesten Stand der Rechtsprechung als umstritten.

Bei Informationen, die Relevanz für die Mietzahlung haben, ist der Bewerber zu wahrheitsgemäßen Antworten verpflichtet. Hat der Interessent gelogen, haben Sie die Möglichkeit, rechtliche Konsequenzen anzukündigen. Bei unberechtigten Fragen darf der Mieter jedoch lügen, ohne dass Sie ihn später dafür belangen dürfen.

Fazit

Mit der Mieterselbstauskunft können Sie sich einen ersten Gesamteindruck über den Mietinteressenten verschaffen. Auf der Seite unseres Partners vermietet.de finden Sie rechtssichere Vorlagen für Mieterselbstauskunft, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, Bürgschaft und Co.

Das könnte Sie auch interessieren:

stellplatz vermieten

Wie einfach ist es, einen Stellplatz zu vermieten?

Wenn Sie Nutzflächen wie einen Stellplatz zu vermieten haben, müssen Sie hierfür wie bei […]

buergschaft

Was Vermieter über die Bürgschaft wissen sollten

Viele Jahre galt die Kaution als Sicherheit der Vermieter. Als praktische Alternative kann nun […]

bonitaetspruefung

Bonitätsprüfung: Ein Muss für Vermieter?

Vermieten ist in der heutigen Zeit mit einem gewissen Risiko verbunden. Denn nicht immer […]

Die Wichtigkeit der Schufa für Vermieter

Für Vermieter gehört die Auskunft der Schufa heutzutage zu den Standard-Dokumenten, die spätestens bei […]