Der Einkommensnachweis

Jeder der bereits einmal eine neue Wohnung bezogen hat oder seine eigene Immobilie vermietet hat kennt ihn: den Einkommensnachweis. Ohne dieses Papier funktioniert bei einer Mietbewerbung gewöhnlich überhaupt nichts. Potenzielle Mieter werden von Ihnen vermutlich direkt aussortiert, wenn sie keinen gültigen Nachweis vorlegen können. Doch was ist ein Einkommensnachweis eigentlich und wieso wird er gerade von Ihnen zwingend benötigt?

Was ist ein Einkommensnachweis?

Eine offizielle Erklärung über den Einkommensnachweis gibt es nicht. Verstanden wird jedoch im Allgemeingebrauch ein Nachweis über die monatlichen Einkünfte eines Mietbewerbers. Dargestellt werden kann ein Einkommensnachweis für die Wohnungsmiete beispielsweise durch den letzten Kontoauszug, eine Lohnabrechnung oder im Zweifelsfall auch durch einen gültigen Arbeitsvertrag. Wenn keines dieser Dokumente vorhanden ist, gibt es noch immer weitere Möglichkeiten zur Preisgabe der Liquidität. Diese Möglichkeiten sind unter anderem das Einkommen aus vermieteten Immobilien, aus Auszahlungen der Rente oder auch aus dem allgemeinen Kapitalvermögen. Wichtig ist für Sie als Vermieter die Überprüfung des Arbeitsvertrags, falls Ihr Mieter keinen aktuellen Auszug seines Bankkontos oder einen Gehaltsnachweis zeigen kann. Hier müssen Sie auf eine mögliche Befristung achten.

Einkommensnachweis bei Freiberuflern oder selbstständigen Personen

Selbständige Personen können keinen Gehaltsnachweis abgeben, da ihr Einkommen gewöhnlich nicht fix ist. Die Einnahmen von Selbstständigen ändern sich meist jeden Monat. Hier können Sie als Vermieter die letzten Kontoauszüge betrachten. Ist das Einkommen stabil und stets hoch genug, besteht normalerweise kein Grund zur Sorge. Weiterhin können Selbstständige weitere Sicherheitsvorkehrungen treffen, wie beispielsweise die Bürgschaft eines Dritten.

Wieso müssen Sie einen Einkommensnachweis sehen?

Mietbewerber fragen sich häufig wieso ein Einkommensnachweis eigentlich so wichtig für Sie ist. Es liegt auf der Hand dass Sie sicherstellen möchten, dass Ihr angehender Mieter überhaupt in der Lage ist den monatlichen Mietbetrag dauerhaft zu begleichen. Sie haben damit übrigens auch das Recht, Ihren potenziellen Mieter nach Beruf und Karriere zu fragen. Gewöhnlich sollten Sie vorerst nach einer sogenannten Mieterselbstauskunft fragen. Hier geben Mieter einen Überblick über ihre persönlichen, beruflichen und finanziellen Daten. Wenn ein Mieter dann kurz vor dem Vertragsabschluss steht, können Sie als Vermieter weiterhin eine Bonitätsprüfung verlangen. Da etwa zehn Prozent der Menschen in Deutschland Schulden haben, ist es Ihr gutes Recht einen Einblick in die Bonität Ihres möglichen Vertragspartners zu bekommen. Innerhalb der Bonitätsdaten werden negative Daten der Person festgehalten. Hierzu zählen Zahlungsausfälle, Schulden oder Insolvenzverfahren. Als grobe Regel kann festgehalten werden, dass das Nettoeinkommen eines Bewerbers mindestens dreimal so hoch sein sollte wie die Kaltmiete der Wohnung.

Woher bekommt ein Mieter einen Einkommensnachweis?

Ein gültiger Einkommensnachweis kann unter anderem einfach durch die Kontoauszüge der letzten drei Monate oder durch eine Gehaltsabrechnung erstellt werden. Falls ein Mieter diese Papiere nicht erhält, muss er seinen Arbeitgeber kontaktieren. Weiterhin können Arbeitnehmer eine Einkommensbescheinigung ausdrucken und diese von ihrem Arbeitsgeber ausfüllen lassen. Hartz-IV-Empfänger können sich eine Bescheinigung von der Bundesagentur für Arbeit ausstellen lassen.

Wenn Mietbewerber Ihnen keinen Nachweis bereitstellen möchten

Wenn Ihr potenzieller Mieter seinen Einkommensnachweis nicht preisgeben möchte, können Sie ihn als Vermieter ganz einfach ohne Grund ablehnen. Ohne einen existierenden Mietvertrag sind Sie dazu berechtigt, seine Auswahl anhand persönlicher Kriterien zu wählen.

Unser Tipp für Sie

Ein Einkommensnachweis ist für Bewerber von Wohnimmobilien zwingend notwendig. Ohne gültigen Nachweis sind Sie dazu berechtigt, den potenziellen Mieter ohne Grund abzuweisen. Für Sie ist dieser Nachweis deshalb so wichtig, weil Sie sich auf diese Weise gegen Betrüger und gegen Zahlungsausfälle schützen können. Ein einfacher Kontoauszug oder eine Gehaltsabrechnung genügt bereits, um die Liquidität nachzuweisen. Als Vermieter sollten Sie sich also auf keinen Fall auf einen Mieter ohne Einkommensnachweis einlassen.

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